Vor einem Jahr habe ich meine Wahlheimat München nach 8,5 Jahren Hauptwohnsitz verlassen. Das hatte verschiedene Gründe: hohe Mietpreise und der Wunsch nach einer größeren Wohnung mit Arbeitszimmer, erste Gedanken an die Selbständigkeit, die Entfremdung von meinem alten Freundeskreis (wegen Bitcoin), das Gewusel, die Lautstärke...
In mir hatte sich in den letzten Jahren so viel verändert – es war nur eine Frage der Zeit, bis sich das auch im Außen zeigen würde. Und musste!
Trotzdem liebe ich München sehr. Ich bin regelmäßig dort, so auch diese Woche. Nach einem arbeitsreichen Auftrag für 21bitcoin in Salzburg bin ich direkt weiter in die bayrische Landeshauptstadt gefahren – und habe mich ausschließlich mit Menschen verabredet, die sich selbst als Bitcoiner bezeichnen würden, sich für Bitcoin interessieren oder zumindest ein bisschen Bitcoin besitzen.
Krasse Statistik. Und ja, ich weiß – ich lebe in einer Bubble. Noch! 😄
Aber es wird der Tag kommen, da sind diejenigen ohne Bitcoin die eigentliche Bubble. So wie heute Menschen ohne Smartphone im Westen eine echte Rarität sind. Etwas ganz Besonderes.
Zumindest ist das meine persönliche These für die nächsten Jahrzehnte…
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MEINE HEART WORDS DER WOCHE
1. Ein Verhältnis
Mein Interesse für Bitcoin und die Community spült dankenswerterweise immer wieder inspirierende Menschen in mein Leben – so auch diese Woche: eine sehr belesene und erfahrene Psychotherapeutin, der ich bei Fragen rund um Bitcoin helfen durfte.
Während meiner Schulzeit hatte ich selbst mit dem Gedanken gespielt, Psychologie zu studieren. Unser Gespräch fühlte sich deshalb ein bisschen so an wie ein Blick in ein alternatives Leben – wie eine Doku darüber, was hätte sein können. Es war irre spannend!
Sie erzählte mir von einem Phänomen, das in der Psychologie immer wieder auftaucht: dem Verhältnis 85 zu 15. Ein berühmtes Beispiel dafür ist das Milgram-Experiment aus den 1960er-Jahren.
Der Psychologe Stanley Milgram wollte wissen, wie weit Menschen gehen, wenn sie einer Autoritätsperson gehorchen sollen – selbst wenn das bedeutet, einem anderen Menschen Schmerzen zuzufügen. Die erschütternde Erkenntnis: Rund 85% der Teilnehmer folgten den Anweisungen und verabreichten vermeintlich immer stärkere Stromstöße – obwohl sie hörten, dass die „Versuchsperson“ (in Wahrheit ein Schauspieler) schrie und flehte. Nur 15% weigerten sich, weiterzumachen. Sie stellten sich gegen den Gruppendruck und die Autorität.
Viele weitere psychologische Studien kommen zu ähnlichen Ergebnissen: Die Mehrheit der Menschen folgt – oft unhinterfragt. Nur ein kleiner Teil widersteht. 85 zu 15.
Warum ich dir das erzähle? Die Psychotherapeutin sagte etwas, das mich wirklich berührt hat – und seitdem sehr beschäftigt:
Die Bitcoiner gehören für mich zu den 15%.
Und ich denke, das könnte zutreffen. Bitcoin ist ein stiller Protest und ein friedlicher Akt des Widerstands. Gegen zentrale Geldschöpfung und Inflation. Gegen finanzielle Repression.
Für Selbstbestimmung. Für Freiheit. Für eine gerechtere Welt.
Vielleicht gehören wir tatsächlich zu den 15%, die nicht (mehr) mitmachen – sondern hinterfragen, stets dazulernen, und ganz bewusst wählen, welchen Weg sie gehen.
Ich fragte sie weiter, ob sie glaubt, dass sich dieses Verhältnis – 85 zu 15 – jemals ändern wird. Und auch hier hatte sie eine faszinierende und klare Antwort:
Ich denke nicht. Außer die Menschheit macht einen spirituellen Sprung.
2. Ein Konsumverhalten
Auf dem Weg zur U-Bahn an der Münchner Freiheit – einem wuseligen Platz im Stadtteil Schwabing – lief ich direkt in ein Kamerateam von Kabel1. Die selbstbewusste Chefin des Trios stellte mir Fragen zum Thema Kaffee. Ganze Sätze verlangte sie – und bestand auch darauf, wenn ich nur knapp antwortete. Und nochmal! Wenn sie nicht zufrieden war.
Ich wusste gar nicht, wie mir geschah.
Nach ein paar Minuten kannte sie meine Kaffeetrinkgewohnheiten besser als ich selbst – und ich hatte völlig vergessen, was ich ursprünglich eigentlich sagen wollte.
Als ich schließlich fragte, wie viele Fragen sie denn noch stellen wolle, presste sie noch drei Sätze aus mir heraus und blickte dabei in die Menge, bereits auf der Suche nach dem nächsten Auskunftswilligen.
Im Nachhinein kann ich kaum rekonstruieren, wie mich diese resolute Frau in ein derart sinnfreies Gespräch verwickeln konnte. Wahrscheinlich war es meine Neugier. „Oh, ein Kamerateam – was drehen die da?“
Oder bin ich in einem kurzen Moment der Unachtsamkeit zu einem Teil jener 85% geworden, die Anweisungen folgen, sobald jemand mit einem Mikrofon und etwas Autorität auftritt?
Was auch immer aus diesem Kaffee-Beitrag am Ende entsteht – es ist eine konstruierte Story, die wenig bis nichts mit mir zu tun hat.
Und die Moral von der Geschichte? Glaube keiner Straßenumfrage, die du nicht selbst gefälscht hast. Oder wie Bitcoiner sagen:
Don’t trust – verify. (EN)
Vertraue niemandem. Prüfe selbst. (DE)
3. Eine stille Rakete
Diese Woche hat der Bitcoin-Preis ein neues Allzeithoch erreicht – gemessen in US-Dollar kurzzeitig über 118.000 $. Und doch war es auffallend leise. Kein Medienrauschen. Kein Hype. Kein FOMO.
Wer kauft aktuell? Vor allem große Player: BlackRock, andere ETF-Anbieter, institutionelle Anleger und sogenannte Treasury-Unternehmen, die Bitcoin als langfristige Reserve halten.
Wer kauft (noch) nicht? Privatanleger…
Während sich die Großen mal wieder strategisch positionieren, schläft der durchschnittliche Sparer – zumindest, wenn man sich das öffentliche Interesse ansieht. Die Google-Suchanfragen nach Bitcoin liegen derzeit auf niedrigem Niveau.
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Weltweites Suchinteresse nach Bitcoin im zeitlichen Verlauf; Quelle: Google Trends am 13.07.2025
Andersrum wäre es schöner: Erst die breite Bevölkerung, dann die Institutionen. Doch wie so oft in der Geschichte der Finanzmärkte sind es die mit dem Vorsprung an Informationen (und Kapital), die den ersten Schritt machen.
Wann wacht der Rest auf? Nach der Sommerpause? Kurz vor Weihnachten? Oder… nie?
Was glaubst du?
4. Eine Enteignung
Ich sammle Bücher. Wenn mich eins interessiert, bestelle ich es – und dann landet es oft für Monate oder Jahre im Regal, bis seine Zeit gekommen ist. Beim Blick auf einen bestimmten Titel kann es deshalb schon mal vorkommen, dass ich mich wundere und nicht mehr weiß, mit welcher Intention ich es bestellte oder wer mir die Empfehlung gab.
So ging es mir mit Die große Enteignung von David Rogers Webb. Kurz vor meiner Reise nach Salzburg und München fiel es mir ins Auge – und wanderte spontan in meinen Koffer. Eine kurze E-Mail-Recherche ergab: Ich habe es vor ziemlich genau einem Jahr bestellt. Warum? Keine Ahnung. Ich habe einige Bitcoiner und Freunde gefragt – niemand kennt das Buch. Seltsam…
Webbs Hauptthese? Das globale Finanzsystem sei absichtlich so aufgebaut worden, dass im Fall eines Finanzcrashs nahezu alle Vermögenswerte – Aktien, Immobilien, Sparguthaben – rechtlich enteignet und an eine kleine Finanzelite überführt werden können. Der Schlüssel dazu sei die schleichende Umwandlung von Eigentum in bloße Buchforderungen – ohne echte Eigentumsrechte.
Bitcoin erwähnt der Autor interessanterweise nicht, obwohl es mit seinem dezentralen, nicht konfiszierbaren Design genau das Gegenmodell zu dieser Enteignungsthese wäre.
Falls du das Buch gelesen hast oder den Autor kennst, melde dich gerne. Vielleicht hilfst du meiner Erinnerung auf die Sprünge…
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5. Ein Zitat
Ich wünschte, ich hätte mich schon früher mit Bitcoin beschäftigt.
Irgendwann kommt für viele dieser Moment, in dem es plötzlich klick macht. Und dir wird glasklar: Bitcoin wird nicht mehr verschwinden. Weil es technisch unzerstörbar ist. Und weil auch die Idee dahinter – das Wissen über Geld – nicht mehr aus den Köpfen der Menschen weichen wird. Bitcoin breitet sich aus wie ein Pilzgeflecht.
In diesem Klick-Moment hast du eine Wahl: Gibst du dich dem Gefühl der Reue hin und ärgerst dich über deine zu späte Entdeckung? Oder blickst du erleichtert und mit Zuversicht nach vorn – und fragst dich, wie du die Chance Bitcoin ab heute nutzen willst?
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Du hast es selbst in der Hand.
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Hab einen schönen Sonntag oder eine schöne Woche – ganz egal, wann du diese Worte liest.
Nicole ❤️

